Côtes du Rhône – Reichtum und Vielfalt eines historischen Weinanbaugebietes

Weingenuss vor der Kulisse der Stadt Avignon Foto: Inter Rhône

Weingenuss von den Ufern der Rhône
Qualität, Reichtum und Vielfalt kennzeichnen das älteste Weinanbaugebiet Frankreichs Das Tal der Rhône war bereits in der Antike eine viel genutzte Handelsstrecke als kürzeste schiffbare Verbindung vom Mittelmeer in nördliche Gefilde. Dem eigentlichen Weinanbau voraus ging der Handel mit diversen Gütern, darunter auch mit Weinen aus Italien und Griechenland. Der Anbau von Wein begann mit der Gründung der griechischen Siedlung Massalia – dem heutigen Marseille – um ca. 600 vor Christus. Die in der Nähe des Rhônedeltas ansässigen Griechen pflanzten Rebstöcke und produzierten Wein für ihren Eigenkonsum. Die Überschüsse verkauften sie an Händler, die auf der Rhône in Richtung Norden nach Gallien fuhren. Das historisch erste Weinanbaugebiet Frankreichs wurde also von den Griechen erschaffen.

Reichtum und Vielfalt zeichnet das Anbaugebiet Côtes du Rhône aus, dessen Rebflächen sich südlich von Lyon bis hinunter nach Avignon erstrecken. Dabei ist das Terroir an den Ufern der Rhône von sehr unterschiedlichen geologischen Formationen geprägt. Die Winzer der Côtes du Rhône wissen um das besondere Zusammenspiel der für ihre Weinberge charakteristischen Böden, Hanglagen und Rebsorten und komponieren daraus ihre jeweiligen Cuvées. Die Vermählung verschiedener Rebsorten ist typisch für die Appellation Côtes du Rhône. Nicht weniger als 23 unterschiedliche Rebsorten sind für die Herstellung der Weine zugelassen, wobei die Appellation ein Gebiet von mittlerweile 171 Kommunen in den sechs Départements Ardèche, Drôme, Gard, Loire, Rhône und Vaucluse umfasst.

Im Norden des Gebietes entstehen die Rotweine hauptsächlich aus der Rebsorte Syrah und die Weißweine aus der Rebsorte Viognier. Im Süden bilden Grenache, Mourvèdre, Syrah und Cinsault die Grundlage der meisten Rot- und Roséweine. Die ausgewogenen Weißwein-Cuvées werden vorwiegend aus Grenache Blanc, Bourboulenc, Clairette, Marsanne, Roussanne und Viognier erzeugt. Eine Besonderheit der Côtes du Rhône ist, dass auch in Rotweincuvées weiße Rebsorten mit eingesetzt werden dürfen. Außerdem begünstigt die Begrenzung der Erträge auf 51 Hektoliter pro Hektar die Produktion hochwertiger Weine.

Die Weine der Côtes du Rhône sind hervorragende Begleiter zu allen Speisen – insbesondere denen aus der mediterranen Küche. Die eher fruchtbetonten Rotweine passen besonders gut zu Wurstspezialitäten, Pizza, Spaghetti oder Lasagne, die tanninhaltig-würzigen Rotweine zu Schmorgerichten, gebratenem Fleisch oder Couscous. Die abwechslungsreichen Roséweine variieren von zartem Lachsrosa bis hin zu kräftigem Kirschrot und sind ideale Begleiter zu allen Arten von Antipasti sowie zu gebratenem Fisch. Die frischen, eher blumig-zarten Weißweine passen gut zu gegrilltem Fisch, hellem Fleisch oder Ziegenfrischkäse, die eher körperreichen Weißweine mit leichter Holznote begleiten Gerichte wie zum Beispiel ein Steinpilzrisotto, Schmorhuhn oder Edelschimmelkäse.

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